Michael Mittermeier kam zur Premiere nach
Sursee. Die 2300 Zuschauer waren
begeistert - von seinem Flair für
Schweizer Eigenheiten.
Der erste grosse Applaus brandete durch die
ausverkaufte Surseer Stadthalle, als Michael
Mittermeier einen Witz über die Aargauer
machte. Das war typisch für die Schweizer
Premiere seines neuen Programms «Safari» von gestern
Abend. Der deutsche Komiker machte es sich nicht
einfach: Er hat das Programm für das hiesige Publikum
angepasst - und reihte Pointe an Pointe über Schweizer
Eigenheiten. Ziemlich erstaunlich, wie gut er die
Verhältnisse kennt und sie auf die Schippe nehmen kann.
Und wenn er einmal etwas nicht genau
wusste, fragte er. «Habt Ihr hier auch schon überall
Rauchverbot?» Als darauf Ja- und Nein-Antworten aus dem
Saal kamen, reagierte Mittermeier blitzschnell: «Ihr
neutrales Pack! Entscheidet euch, wenn einer was fragt!»
Netter Junge von nebenan
Auch wenn er manchmal ziemlich deftig wird:
Übel nimmt man es ihm nie. Der Mann in den kurzen Hosen
hat das Auftreten des netten Jungen von nebenan, der
immer einen guten Spruch auf Lager hat. Die Pointen
sitzen, obwohl sie nie sehr tief gehen. Mittermeier ist
am besten beim Ausspielen von Klischees, er witzelt über
arbeitsame Schwaben und Chinesen, über lärmige Italiener
und - über langsame Berner. Dass auch immer wieder etwas
unter die Gürtellinie gehen muss, versteht sich dabei
von selbst.
Das Publikum jedenfalls war begeistert.
Für Mittermeier hat es sich gelohnt, wie er
so schön sagte, «für meine Premiere in die grosse Stadt
zu gehen». Er schien es zu geniessen und legte über zwei
Stunden Programm hin.
Beat Vogt
Michael Mittermeier spielt heute noch einmal in Sursee. Die Vorstellung ist ausverkauft.
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